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Beschreibung der Sonne und Wir - Aktivität

Anna sagt, während der interaktiven Aufklärung: "Hut tut gut, wenn die Sonne scheint".

Prävention von Hautkrebs 

Jährlich erkranken deutschlandweit rund 264 000 Menschen an Hautkrebs, womit es sich um die häufigste Krebskrankheit handelt. Der Hauptrisikofaktor für die Entstehung von Hautkrebs ist solare sowie künstliche ultraviolette (UV-)Strahlung, die Haut und Augen schädigt, Hautalterung verursacht und das Erbgut der Zellen schädigt. Die Haut von Kindern ist besonders schutzbedürftig. Durch ihren spezifischen Aufbau nimmt sie schneller Schaden als die Haut von Erwachsenen. Da Hautkrebs sich über einen Zeitraum von Jahrzehnten hinweg entwickeln kann und Kinder in Ihren Lebenswelten (z.B. Elternhaus, Kindertagesstätte, Schule, Ausbildung) der UV-Strahlung der Sonne ausgesetzt sind, ist diese Lebensphase für die spätere Entstehung von Hautkrebs von wesentlicher Bedeutung.

Vorstellung der Maßnahme „Die Sonne und Wir - Projekt Sonnenbus“

Ein verantwortungsvoller und achtsamer Umgang mit UV-Strahlung, insbesondere für Kinder und Jugendliche, wird daher von allen nationalen und internationalen medizinischen und fachübergreifenden Gremien und Fachgesellschaften empfohlen. Verschiedene Studien belegen das Potential für die (kurz- bis mittelfristige) Beeinflussung des Sonnenschutzverhaltens von Kindern durch Interventionen. Die Sonne und Wir – Projekt Sonnenbus der Universität zu Köln/Uniklinik Köln führen seit 2012 regelmäßig einschlägige Veranstaltungen in Grundschulen und OGTS mit dem Ziel der präventiven Verhaltensänderung durch. Für eine Sonnenbus-Aktivität einer Grundschulklasse sind 2 Besuche vorgesehen. Für den 1. Besuch benötigen wir mindestens 90 min. und 15 min. Pause für die Präevaluierung und die Sonnenbus-Aktionen. Nach einer kurzen Vorstellung des Projekts, arbeiten wir in Kleingruppen bis maximal 12 Kindern (idealerweise mit 8 Kindern). Für den 2. Besuch, der in der Regel nach 4 Wochen stattfindet, benötigen wir für die Postevaluierung und anschließende Besprechung des Fragebogens 45 min.

Besonders hervorzuheben ist, dass das Sonnenbus-Team direkt am Einsatzort erfahren und gelernt hat wie wichtig es ist, flexibel und ad hoc auf die SchülerInnen, die Begebenheiten und Situationen mit einem großen Maß an Kreativität und Spontanität einzugehen. Hierbei ist die inter- und multidisziplinäre Konzeption von entscheidender Bedeutung, da es das Leben und Erleben einer umfassenden Inklusion ermöglicht. Zum Beispiel: die Durchführung der „Sonne und Wir-Aktivität“ in Kleingruppen gewährleistet eine intensive Beschäftigung mit SchülerInnen mit Migrationshintergrund, mit Flüchtlingskindern, mit SchülerInnen, die körperliche oder geistige Einschränkungen (Behinderungen) haben oder in bildungsfernen familiären Situationen aufwachsen.

Unter der Schirmherrschaft der Deutschen Krebshilfe ist das Projekt „Die Sonne und Wir – Projekt Sonnenbus“ seit 2015 Kooperationspartner in der Maßnahme „Prävention von Hautkrebs bei Kindern und Jugendlichen“, die gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) e.V. und dem Krebs Centrum Dresden (UCC-Präventionszentrum) durchgeführt wird. Unsere Aktivtäten zielen darauf ab, die Neugierde und somit den Wissensdrang zu den drei Superstars (Sonne / Haut / Schatten) und deren Interaktion zu wecken. Hierbei versuchen wir möglichst alle Sinne einzubinden und über die Kreativität der Kinder letztendlich eine Verhaltensänderung zu erreichen.

Beschreibung der Sonne und Wir - Aktivität

Nach der Prä-evaluation, in der bereits vorhandenes Wissen erhoben wird, folgt eine kurze Einführung über die Sonne und den drei Formen von Sonnenstrahlungen. Zentraler Lerninhalt ist hierbei die Differenzierung der Strahlungen in sichtbares Licht, Infrarotlicht (Wärmestrahlung) und ultraviolettes Licht (UV-Strahlen) sowie deren unterschiedliche Funktionen und Gefahren. Das ultraviolette Licht ist ausschlaggebend für die Bräunung der Haut, kann Sonnenbrand verursachen und langfristig bei starken Schädigungen zu Hautkrebs führen.  Inhaltlich stellt unsere Aktivität des Projekts „die Sonne und Wir“ daher nicht nur ein Aufklärungsprogramm über mögliche Gefahren der Sonne dar, sondern bietet präventiv einfache Handlungsempfehlungen für den richtigen Umgang mit der Sonne.

 

Wechselnde Zirkelarbeit je 20 Minuten (laufen parrallel)

 

1. Die erste Zirkelarbeit beinhaltet das Sonnenterassen-Spiel. Sonnenterassen sind Stellen am Körper von Kopf bis Fuß, die besonders beim aufrechten Gang ungeschützt hervorstechen und vor der Sonneneinstrahlung geschützt werden müssen. Durch das Spiel sollen die Kinder für diese Stellen sensibilisiert werden. Sie werden dazu angeregt, sich aktiv mit der Thematik auseinanderzusetzen, indem sie sich gegenseitig die Körperstellen, an denen sie eine „Sonnenterassenstelle“ vermuten, markieren. Gemeinsam wird überlegt, wie die Sonnenterassen idealerweise vor der Sonne geschützt werden können und auf welche Weise der beste Sonnenschutz hergestellt werden kann. Danach werden die Kinder über die richtige Anwendung von Sonnencreme aufgeklärt sowie mit Hilfe einer Hauttypendrehscheibe den Unterschied zwischen dunklen und hellen Hauttypen besprochen.

 

2. In der zweiten Zirkelsarbeit lernen die SchülerInnen den UV-Index kennen, was dieser beinhaltet und wie Informationen über diesen eingeholt werden können. Der UV-Index von 1 - 11 gibt an wie stark die UV-Strahlung der Sonne ist. Je höher der Wert, um so stärker die UV-Strahlung und somit auch das Risiko auf ungeschützter Haut einen Sonnenbrand zu bekommen. Den aktuellen UV-Index findet man auf der Internetseite: http://www.wetteronline.de/uv-index. Nachdem der UV-Index besprochen wurde, wird mit Hilfe einer Magnettafel der Aufbau einer menschlichen Haut und seine Schutzmechanismen erläutert.

 

3. Die dritte Zirkelarbeit befasst sich mit der Wirkung der UV-Strahlen im Wasser. Über ein Wasserexperiment wollen wir den Kindern aufzeigen, wie tief die UV-Strahlen in das Wasser reichen und welche Gefahren die Reflexion der Wasseroberfläche bergen.  Zur Veranschaulichung der UV-Strahlung verwenden wir UV-Perlen, die bei künstlichem Licht milchig weiß sind und sich bei UV-Licht binnen weniger Sekunden Lila färben. Die Färbung ist bei direktem Sonnenschein am stärksten, funktioniert jedoch auch bei bewölktem Himmel. Den Kindern soll hiermit verdeutlicht werden, dass die unsichtbaren UV-Strahlen auch bei weniger warmem Wetter ihre Wirkung zeigen. Außerdem ist hier nochmals der Verweis auf die Wichtigkeit von Schatten und Sonnencreme.  Anschließend wird ein UV-Schutzmessgerät verwendet. Das UV-Messgerät  ist ein Gerät zur Erfassung der ultravioletten Strahlung (UVA und UVB). Dieses Messgerät arbeitet in einem UV-Wellenlängenbereich von 290 ... 390 nm. Mit dem Messgerät können z. B. die UVA-Strahlung der Sonne messen und sich gegebenenfalls vor einer zu hohen Strahlung (Sonnenbrand) schützen.

Abschließendes Plenum

Nachdem alle SchülerInnen an der Zirkelarbeit teilgenommen haben, werden in einem abschließenden Plenum die wichtigsten Aspekte wiederholt und abschließend Fragen beantwortet.